{"id":770,"date":"2013-03-28T16:24:37","date_gmt":"2013-03-28T14:24:37","guid":{"rendered":"http:\/\/elektriker-delitzsch.de\/?page_id=770"},"modified":"2013-03-28T16:28:58","modified_gmt":"2013-03-28T14:28:58","slug":"sicherheitsregeln","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/elektriker-delitzsch.de\/?page_id=770","title":{"rendered":"Sicherheitsregeln"},"content":{"rendered":"<h2><span style=\"text-decoration: underline;\">Sicherheitsregeln bei Arbeiten an der elektrischen Anlage<\/span><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Freischalten<\/h3>\n<p>Als\u00a0<i>Freischalten<\/i>\u00a0bezeichnet man das allpolige Trennen einer elektrischen Anlage von spannungsf\u00fchrenden Teilen. Dabei ist zwischen spannungsf\u00fchrendem und spannungslosem Anlagenteil eine je nach Betriebsspannung unterschiedlich lange Trennstrecke herzustellen.<\/p>\n<p>Aus Sicherheitsgr\u00fcnden muss bei Arbeiten an elektrischen Betriebsmitteln ab einer bestimmten Betriebsspannung bzw. Betriebsstrom stets freigeschaltet werden, sofern keine besonderen Ma\u00dfnahmen zum\u00a0Arbeiten unter Spannung\u00a0getroffen werden. In Deutschland, \u00d6sterreich und in der Schweiz liegt es bei 50\u00a0V\u00a0Wechselspannung\u00a0beziehungsweise 120\u00a0V\u00a0Gleichspannung, in der Schweiz zus\u00e4tzlich bei Str\u00f6men \u00fcber zwei\u00a0A\u00a0(SN SEV 100-1).<\/p>\n<p>Das Freischalten kann durch das Bet\u00e4tigen von Hauptschaltern, das fachgerechte Entfernen von Sicherungen, das Ziehen von Steckverbindungen usw. erfolgen. Schaltet der Arbeitende nicht selber frei, wie dies in manchen F\u00e4llen in\u00a0Hochspannungsanlagen\u00a0der Fall ist und die Freischaltung von einer Leitstelle per Fernsteuerung ausgel\u00f6st wird, darf mit der Arbeit erst begonnen werden, wenn die m\u00fcndliche, fernm\u00fcndliche, schriftliche oder fernschriftliche Best\u00e4tigung der Freischaltung vorliegt. Die Vereinbarung eines Zeitpunktes, zu dem freigeschaltet werden soll, ist nicht zul\u00e4ssig.<\/p>\n<h3>Gegen Wiedereinschalten sichern<\/h3>\n<div><a href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Verbot_nicht-schalten_beispiel.svg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright\" alt=\"\" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/f\/f9\/Verbot_nicht-schalten_beispiel.svg\/220px-Verbot_nicht-schalten_beispiel.svg.png\" srcset=\"\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/f\/f9\/Verbot_nicht-schalten_beispiel.svg\/330px-Verbot_nicht-schalten_beispiel.svg.png 1.5x, \/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/f\/f9\/Verbot_nicht-schalten_beispiel.svg\/440px-Verbot_nicht-schalten_beispiel.svg.png 2x\" width=\"220\" height=\"96\" \/><\/a><\/p>\n<div>\n<div><\/div>\n<p>Ein \u201eNicht Schalten\u201c-Aufkleber als Beispiel<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Um zu vermeiden, dass eine Anlage, an der gerade gearbeitet wird, irrt\u00fcmlich wieder eingeschaltet wird, muss ein Wiedereinschalten zuverl\u00e4ssig verhindert werden. Dazu werden beispielsweise in\u00a0Niederspannungsnetz\u00a0die herausgedrehten Sicherungen durch abschlie\u00dfbare Sperrelemente ersetzt. Wenn m\u00f6glich den Hauptschalter, Schaltschrank oder Sicherungskasten abschlie\u00dfen. F\u00fcr die Dauer der Arbeit muss ein Verbotsschild gegen Wiedereinschalten angebracht sein. Dies ist allerdings nur ausreichend, wenn sich der Sicherungskasten in einem Raum befindet, der nur f\u00fcr\u00a0Elektrofachkr\u00e4fte\u00a0zug\u00e4nglich ist, was im Fall bei Arbeiten an Anlagen mit Hochspannung immer der Fall ist. In ferngesteuerten Hochspannungsanlagen erfolgt im Bereich der Steuerung durch eine Konfiguration das Setzen einer virtuellen Schaltsperre, die dem Operator in der Leitstelle das Verbot zum Einschalten anzeigt.<\/p>\n<p>In Niederspannungsanlagen, welche auch f\u00fcr Laien zug\u00e4nglich sind \u2013 typischerweise ist dies der Bereich der\u00a0Unterverteilung\u00a0\u2013 reicht diese Absicherung mit Hinweisschild nicht. Wenn der Leitungsschutzschalter lediglich mit einem Klebeschild \u201egesichert\u201c wird, gilt dies in Deutschland als grob fahrl\u00e4ssig. Ein Leitungsschutzschalter sollte grunds\u00e4tzlich durch das Abklemmen der abgehenden Leitung oder durch eine\u00a0Schaltsperre\u00a0gesichert werden. Das Wiedereinschalten darf nur durch Nutzung von Werkzeug m\u00f6glich sein.<\/p>\n<h3>Spannungsfreiheit feststellen<\/h3>\n<p>Die vor Ort t\u00e4tige Person muss durch geeignete Mess-\/Pr\u00fcfmittel (Spannungspr\u00fcfer, immer zweipolig, z.\u00a0B.\u00a0Duspol<sup id=\"cite_ref-1\"><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/F%C3%BCnf_Sicherheitsregeln#cite_note-1\">[1]<\/a><\/sup>) die allpolige Spannungsfreiheit feststellen.<\/p>\n<p>Bei\u00a0Spannungspr\u00fcfern\u00a0f\u00fcr Anlagen bis 1\u00a0kV handelt es sich in der Regel um zweipolige Ausf\u00fchrungen (mit\u00a0Glimmlampe\u00a0und\u00a0Tauchspulmesswerk; mit Glimmlampe und Drehspulmesswerk; mit\u00a0Leuchtdioden\u00a0und Funktionstest). Entweder wird eine vorhandene Spannung durch eine aufleuchtende Glimmlampe, durch ein Messger\u00e4t oder durch Leuchtdioden angezeigt. Mit diesen Ger\u00e4ten l\u00e4sst sich auch die Spannungsh\u00f6he der Anlage ermitteln. Neuere Pr\u00fcfger\u00e4te besitzen einen\u00a0Unwuchtmotor, dessen Frequenz von der zu messenden Spannungsh\u00f6he abh\u00e4ngig ist.<\/p>\n<p>Spannungspr\u00fcfer f\u00fcr Anlagen mit Nennspannungen \u00fcber 1\u00a0kV sind einpolig. Das Messger\u00e4t ist typischerweise in Form einer bis zu mehreren Metern langen, elektrisch isolierten Lanze ausgef\u00fchrt, welche h\u00e4ndisch an die Hochspannungsleiter herangef\u00fchrt wird. Mittels\u00a0kapazitiver Spannungsteilung\u00a0wird optisch und akustisch durch eine in der Lanze angebrachte Pr\u00fcfschaltung das Vorhandensein der Hochspannung angezeigt. Die Verwendung von Niederspannungsmessger\u00e4ten wie\u00a0Multimeter\u00a0und andere Pr\u00fcf- und Messger\u00e4te der\u00a0Messkategorien\u00a0CAT I bis IV ist wegen der hohen Unfallgefahr in Hochspannungsanlagen untersagt.<sup id=\"cite_ref-2\"><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/F%C3%BCnf_Sicherheitsregeln#cite_note-2\"><br \/>\n<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Die eingesetzten Spannungspr\u00fcfer sind vor\u00a0<i>und<\/i>\u00a0nach Benutzung an einer definitiv spannungsf\u00fchrenden Quelle auf Funktionalit\u00e4t zu testen. Vorher, weil der Spannungspr\u00fcfer defekt sein k\u00f6nnte, und danach, weil er bei der Benutzung einen Defekt erlitten haben k\u00f6nnte. Einpolige\u00a0Hochspannungspr\u00fcfer\u00a0f\u00fcr Nennspannungen \u00fcber 1\u00a0kV besitzen eine eingebaute Testeinrichtung, wodurch der Funktionstest vereinfacht wird.<\/p>\n<p>Werden einschaltkurzschlussfeste Schnellerder eingesetzt (z.\u00a0B. federgesteuerte Erdungstrenner in Schaltanlagen), so gilt die Bet\u00e4tigung des Erders als \u201eFeststellen der Spannungsfreiheit\u201c, jedoch sollte dies normalerweise nicht oder nur im Ausnahmefall geschehen.<\/p>\n<h3>Erden und Kurzschlie\u00dfen<\/h3>\n<p>Nach Feststellen der Spannungsfreiheit werden die Leiter und die Erdungsanlage mit kurzschlussfesten\u00a0Erdungs- und Kurzschlie\u00dfvorrichtungen\u00a0miteinander verbunden. Diese Ma\u00dfnahme bewirkt, dass bei irrt\u00fcmlichem Einschalten die vorgeschalteten \u00dcberstromschutzeinrichtungen ausl\u00f6sen und dass sich parallel liegende Leitungen nicht aufladen (z. B. bei\u00a0Freileitungen).<\/p>\n<p>Zu beachten ist auch, dass\u00a0<i>zuerst<\/i>\u00a0geerdet und\u00a0<i>danach<\/i>\u00a0kurzgeschlossen wird. In Anlagen mit Nennspannungen bis 1\u00a0kV, mit Ausnahme von Freileitungen und Verteilernetzen, darf das Erden und Kurzschlie\u00dfen unterbleiben, wenn die Regeln 1 bis 3 vorschriftsm\u00e4\u00dfig durchgef\u00fchrt wurden.<\/p>\n<h3>Benachbarte, unter Spannung stehende Teile abdecken oder abschranken<\/h3>\n<p>Bei Anlagen unter 1\u00a0kV gen\u00fcgen zum Abdecken isolierende T\u00fccher, Schl\u00e4uche, Kunststoffabdeckungen etc. Bei Spannungen \u00fcber 1\u00a0kV sind zus\u00e4tzliche Warntafeln, Seile oder Absperrtafeln erforderlich. K\u00f6rperschutz, eng anliegende Kleidung und Handschuhe sind zu tragen. Auch dieser Teil kann bei fachgerechter Ausf\u00fchrung von Punkt 1\u20133 bei Spannungen unter 1\u00a0kV AC oder 1,5\u00a0kV DC vernachl\u00e4ssigt werden.<\/p>\n<h3>Ma\u00dfnahmen vor dem Wiedereinschalten<\/h3>\n<ul>\n<li>Werkzeug und Hilfsmittel entfernen<\/li>\n<li>Gefahrenbereich verlassen<\/li>\n<li>Kurzschlie\u00dfung und Erdung zuerst an der Arbeitsstelle, danach an den \u00fcbrigen Stellen aufheben<\/li>\n<li>Erdungsseil zuerst von den Anlagenteilen, danach von der Erde heben<\/li>\n<li>Anlagenteile und Leitungen ohne Erdungsseil (sofern zuvor vorhanden) d\u00fcrfen nicht mehr ber\u00fchrt werden<\/li>\n<li>Entfernte Schutzverkleidungen und Sicherheitsschilder wieder anbringen<\/li>\n<li>Schutzma\u00dfnahmen an den Schaltstellen erst nach Freimeldung von den Arbeitsstellen aufheben<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a title=\"Sicherheit\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/F%C3%BCnf_Sicherheitsregeln\" target=\"_blank\">Wikipedia<\/a> (abgerufen 28.03.2013)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sicherheitsregeln bei Arbeiten an der elektrischen Anlage &nbsp; Freischalten Als\u00a0Freischalten\u00a0bezeichnet man das allpolige Trennen einer elektrischen Anlage von spannungsf\u00fchrenden Teilen. 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